Dienstag, 23. Februar 2016

#2/12 WoSt - Was wäre wenn

Liebe Leser, wie ich bereits in meinem Hauptblog angekündigt habe, kommt es hier nun zu meiner zweiten Kurzgeschichte für die #12WoSt. Ihr seid natürlich immer noch eingeladen, euch uns anzuschließen und mitzumachen. Noch ist Zeit und noch ist der Raum, mit uns Kapitel, Prologe, Kurzgeschichten und andere geschriebenen Sachen in den #12WoSt mitzuposten. Einfach dazu eine Seite auf dem Blog anlegen, die Geschichten schreiben und zum WoSt gehörig kennzeichnen. Über Twitter und Facebook kann man die Fortschritte dann sogar posten. Nun aber genug zur Werbung. Ich habe dieses Mal ein sehr ernstes Thema aufgegriffen und ich denke, viele meiner eigenen Befürchtungen sind darin gelandet. Ich möchte noch betonen, dass es natürlich nicht so kommen muss. Aber die Möglichkeit ist nicht mehr aus der Luft gegriffen. glg Teleri/Nele _________________________________________________________________________________________________________________________
Zukunftsangst
Leipzig, 23.08. 2020


„Hallo du,
ich weiß, dass du dieses Tagebuch liest und dass wohl wirklich einige Jahre vergangen sein müssen.Wenn diese Zeilen es schaffen, in deinen Händen zu ruhen und du wirklich nur liest, was ich schreibe, weil es dich interessiert, dann haben wir wieder ein friedliches Land. Du hast die vorherigen Seiten sicherlich auch schon gelesen und weißt, dass ich seit der Bundestagswahl 2017 untertauchen musste. Ich will nicht fliehen, weil mein Land mir zu wichtig dafür ist und du weißt auch, dass ich mich verstecken muss – weil ich für den Frieden, für die Toleranz und die Gleichheit der Menschen eintrete. Ich muss etwas schmunzeln, das erinnerte mich an den Geschichtsunterricht und die Zeit 1789 -1799 in Frankreich. Dort hat man auch für diese Werte gekämpft, vom dritten Stand aus, um endlich eine Gleichheit der Menschen zu erreichen. 1848 hat man in Deutschland dasselbe versucht und ist daran gescheitert.
Ich frage mich, ob das ein Symptom von Deutschland ist, wann immer es einem passt, diese Werte hochzuhalten und dann, wenn es einem nicht mehr gefällt, diese Rolle abzulegen. Ich weiß, dass ich bis in die späten Jahre meiner Jugend – also mit 16 oder 17 - sicher in meinem Land war. Dass die Zeiten ruhig gewesen sind, dass man sich wohl fühlen konnte. Es war so unbeschwert und ich ersehne diese Zeiten zurück. Wie sehr würde ich mir wünschen, dass wir uns für den besseren Weg entschieden hätten, bei der letzten Bundestagswahl. Doch die Menschen haben sich von der demokratischen Regierung losgesagt.
Sie waren unzufrieden mit … vermutlich allem.
Ob es nun um die Arbeit ging, um so etwas wie GEZ – Gebühren, um die Wirtschaft, alles war unbequem geworden. Ich erinnere mich an 2015 und 2016 recht gut, wo alles anfing. Ich habe heute wieder einen Tag, an dem ich darüber nachdenken muss. Ich weiß noch, dass in Syrien Krieg herrschte. Bürgerkrieg und Stellvertreterkrieg in einem. Die Leute flüchteten aus dem Land hier her nach Deutschland. Dem Land wo Honig und Milch fließt. Ich hatte dafür Verständnis. Nicht jeder ist dazu geeignet in einem Krieg zu kämpfen und was gab es dort in diesen Jahren noch? Nichts. Zerbombte Häuser, Monumente, historische Bauwerke … tote Menschen und nicht die Sorte, die man vielleicht wieder vergessen kann, sondern zerrissene Leiber, die verteilt am Boden lagen. Verbrannte Leichen, deren Gestank sich in meiner Vorstellung in der Luft festsetzt und die Geschichte noch einmal und noch einmal erzählt, wie es zu diesem Bild kommen konnte. Der Fanatismus, der dazu führte, dass ein ganzes Land in Schutt und Asche liegt; das kommt mir noch aus den Kriegsjahren von 1939 bis 1945 so bekannt vor. Das war auch in Deutschland so. Der Fanatismus in dem Land, in dem ich geboren wurde, hatte es in diesen Jahren absolut zerstört. Fliegerbomben, Bodentruppen und Panzer hatten die Städte zertrümmert und es blieb kaum etwas übrig. Meine Urgroßeltern und Großeltern mussten es wieder aufbauen. Nicht nur die Städte, sondern sich selbst auch wieder. Ich habe so inbrünstig gehofft, dass so etwas nie wieder passieren würde. Ich weiß noch, dass ich das immer erschreckend gefunden habe. Das ich nie genau verstanden habe, wie dieses Denken zu Stande kommen konnte. Ich habe noch im Kopf, wie wir 2006 – also 3 Jahre vor dem Beginn der zerbrochenen Spiegel des friedlichen Lebens – mit ausländischen Besuchern und Bewohnern unseres Landes friedlich Seite an Seite die WM in Deutschland erleben durften. Es war schön zu sehen, wie friedlich Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander umgehen konnten, ohne sich gegenseitig zu töten. Doch schon damals war der Geist der Zeit anders geworden. Man konnte es fühlen. In jeder Faser des eigenen Ichs. Man konnte es hören in den Aussagen der Menschen. Es lag deutlich vor einem. Ich sagte damals, dass man aufpassen müsse, weil das rechte Gedankengut wieder an Gewicht gewinnt. Vielleicht auch deshalb, weil die NPD in einigen Landtagen saß. Doch es ging immer weiter abwärts. Mit 2009 fing es an, die ersten Risse im Spiegel zu geben. Vielleicht wunderst du dich, dass ich als Sinnbild den Spiegel benutze. Der Vergleich erscheint mir passend, denn etwas, wie Humanität, Weltoffenheit und Toleranz ist etwas sehr filigranes. Ich denke, es ist ähnlich zerbrechlich, wie Glas. Wenn ein Spiegel zu vielen Spannungen ausgesetzt ist, springt es. Es ist instabil und irgendwann fällt der Spiegel auseinander. Doch, ich denke das Bild passt sehr gut dazu. 2009 standen wir erstmals vor einer Erprobung des vereinigten Europas. Es war ein Jahr nach der Währungskrise und schon dort, war offensichtlich, Griechenland hatte kaum noch Ressourcen, die Verschuldung des Landes war viel zu hoch. Man richtete den Eurorettungsschirm ein, um so einen Zerfall des geeinigten Europas zu verhindern. Ich glaube, dass das eine gute Einstellung war, denn letztendlich büßt nicht nur eine Regierung für ihre Taten, sondern auch die Bevölkerung. Es wurde jedoch von 2009 an, nicht besser mit dem Finanzhaushalt der Griechen. Bis 2013 versuchte man über die EU-Rettungschirme dem Land Kredite zu gewähren, mit der Auflage, dass die Griechen die Regierung sanieren und Sparpolitik betreiben mussten. Das hat den Menschen nicht gefallen. Weder in Griechenland, weil sie sich unter Druck gesetzt fühlten, noch denen hier in Deutschland, weil sie dafür zahlen sollten. Seit den 50er Jahren hat das Modell des Generationsvertrages und damit der Solidarität funktioniert. Aber es sollte doch bestens nur in Deutschland verbleiben. Man konnte doch nicht jetzt für Europa arbeiten geben. Obwohl Europa funktionierte, bis auf die Verschuldung diverser Staaten. Mental schien es wirklich zu funktionieren. Immerhin bis 2013 – als sich eine neue Partei auftat. Es war die AEP, die Anti-Euro-Partei und ich weiß noch, wie ich reagiert habe, als ich das erste Mal von ihr gelesen habe. Ich hielt sie für Leute, die eine gefährliche Mentalität in sich tragen. Eine Mentalität, die zurück zur Einsamkeit führt. Zur Abgeschiedenheit. Eine Welt voll von Nationalismus. Ich hatte die Hoffnung, dass die Menschen das erkennen würden. Am Anfang war es so wohl auch. Doch mit den ungewollten vermehrten, sehr teuer bezahlten Rettungsschirmausschüttungen an Griechenland, gewann die Partei immer mehr an Zuspruch. Neid? Vielleicht. Neid darauf, dass wir Geld in andere Länder steckten, statt es uns gut gehen zu lassen. Bei uns hieß es immer, es wäre nie genug Geld für irgendetwas da. Zumindest in der normalen Bevölkerung – die durch die Negativ – und Angstpresse verroht wurden und durch mangelnde Bildung und Informationsquellen verdummt blieben. Eine gute Schule mit guten Lehrern war schon seit einigen Jahrzehnten zur Seltenheit geworden. An Bildung wurde gespart, derselben Meinung bin ich auch. Inzwischen bin ich der Ansicht, dass Demokratie zum Gewohnheitsfaktor wird und selbstverständlich ist. Was in den Bundestag einziehen kann, kann auch nur legitimiert sein. Was nur jeder übersehen hat, die NSDAP wurde 1933 in der Weimarer Republik auch gewählt, sie hatten sicherlich keine Prozenthürde, wie in Deutschland. Doch nur weil viele Menschen eine Partei wollen, heißt das nicht, dass sie nicht auch eine schlechte, destruktive Gesinnung haben kann. Das sieht man ganz deutlich. Der Terrorismus flammte auch langsam in den europäischen Staaten auf und das ist wohl das, was zum Problem wurde, denn die Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, dem Iran und Nordafrikanischen Staaten, wie Marokko und Ägypten hätten in den Augen der Bürger meines Landes sicherlich Frieden finden können, wäre in ihren Ländern nicht eine gefährliche Terrororganisation entstanden, die automatisch Vorurteile schüren. Anfänglich war alles noch soweit in Ordnung. Die Leute kamen hier an und wurden auf die Bundesländer verteilt. Dann kam im Januar 2015 der Anschlag auf Charlie Hebdo – eine französische Satirezeitschrift – und eine Betroffenheit vieler Länder wurde den Franzosen zuteil. Trotzdem kamen die Flüchtlinge nach Europa – insbesondere ins ohnehin schon gebeutelte Griechenland. Flüchtlinge ertranken. Flüchtlinge starben auf ihren Fluchtrouten über das Mittelmeer. Tod, Sepsis und Fieber im Gepäck. Es muss grauenhaft gewesen sein und ich war so dankbar dafür, dass ich in einem Land wohnen durfte, wo ich nicht fliehen musste, wo ich keine Angst haben brauchte, wo mich nicht bei jedem Schritt die Angst auffraß, dass jetzt gleich ein Einkaufszentrum oder ein Café in die Luft geht. Ich war wirklich ehrlich dankbar dafür.
Doch es waren viele Flüchtlinge und immer mehr kamen ins Land. Ich hatte weiterhin Verständnis und ich glaubte auch daran, dass wir das schaffen können. Die Bundeskanzlerin hatte es so gesagt und ich habe sie bewundert für den Mut. Ich empfand es als Katastrophe, als dann am 13. November 2015 die Anschläge in Paris verübt wurden. Ich war erschüttert. Das ist das richtige Wort für das Empfinden, welches ich hatte. Meine Gedanken überschlugen sich. Es war beinahe, wie provoziert. Anfänglich war ich mir nicht einmal sicher, ob wir es wirklich mit 'Glaubenskriegern' zu tun hatten. Es klang so nach Plan, dass ich mich fragte, wer wirklich seine Finger im Spiel hatte, bei dem Massaker … Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto eher kam ich zu dem Schluss, dass aber auch tatsächlich die Verfolger der Flüchtlinge ein berechtigtes Interesse daran haben konnten, es genau zu der Zeit zu machen, als die Flüchtlingswelle besonders hoch war. Immerhin kann man konstatieren, dass zum einen die Angst in Europa so groß war, dass daraufhin jede Weltoffenheit in sich zusammenfiel und zum Anderen, dass sie den Flüchtenden weiterhin das Leben zur Hölle machten. Die Furcht vor Anschlägen innerhalb der eigenen Länder wurde größer und größer. Als schließlich dann auch noch ein Fußballspiel in Deutschland abgesagt werden musste, weil eine Terrorwarnung vorlag – war die Unsicherheit insgesamt in Deutschland angekommen. Immer mehr Flüchtlingsheime brannten und Flüchtlinge wurden verletzt, verhetzt und gebeutelt. AEP und PgdID erhielten immer mehr Zulauf. Die Montagsdemonstration der Nikolaikirche in Leipzig ging unter den Angriffen von Rechten in der Innenstadt unter. Die Fokussierung der Nachrichten waren hier vollkommen verfehlt. Man hätte in dem Fall vielleicht mehr den Gedanken auf die Lichterkette legen sollen. Doch ist dies nicht geschehen. Andererseits waren wir auch zu wenige, die die Kerze der Hoffnung in den Händen hielten. Friedliches Miteinander – ich fragte mich die gesamte Zeit, was daran so schlimm und so schwer war. Über die öffentlichen Medien war es überall zu lesen. Die rechten Parolen – die aggressiven Meinungen der Politik gegenüber … 2016 wurde alles schlimmer. Flüchtlingsheime wurden angezündet und Menschen standen davor und jubelten. Stirnrunzeln und Angst vor der eigenen Bevölkerung machte sich in mir breit. Über die sozialen Netzwerke konnte man noch Menschen finden, die genauso dachten, wie man selbst. Man hat sich verständigt, Mut zugesprochen, hat auf diesen versucht auch Meinungen zu polarisieren, das ist wahr. Wir wollten aufwecken. Wir wollten Vernunft darbieten. Es dauerte nicht lange, da versuchten wir friedlich zu demonstrieren und für mehr Weltoffenheit zu werben. Künstler taten ihr Bestes … doch die Menschen in Deutschland waren in ihrer Unzufriedenheit gefangen. Sie waren zu sehr vereinnahmt von Verbesserungen … von mehr Mitspracherecht innerhalb der Politik.
Sie wollten keine leere Versprechungen mehr und glaubten an Märchen. Es war irrwitzig. Sicherlich hätte sich die Politik auch der Zeit anpassen müssen, was vielleicht zu wenig passiert war. Aber sie waren Menschen – Menschen, wie wir. Sie leiten sicherlich ein Land – aber auch sie waren keine Roboter. Sie durften Fehler machen - aber vermutlich nur in wenigen Augen, unter anderem in meinen. Der Mensch ist dazu da Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen. Doch … der Fehler aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts … die sind versiegt.
Niemand wollte wahrhaben, dass die Worte und Phrasen, die in den Mund genommen wurden, politisch rechter Natur zugeordnet werden mussten.

Rassendiskriminierung, Populismus, Unruhen, Rechtsradikalität … Mörder der Humanität – sie haben immer mehr Spannungen auf den Spiegel ausgeübt. Immer mehr und mehr, bis er schließlich 2017 barst. Die AEP kam an die Macht, war im Bundestag … inzwischen haben sie den von vornherein zerschlissenen Mantel der Demokratie abgelegt. Die PgdID und AEP haben gemeinsame Ziele formuliert. Europa ist gescheitert, denn auch in diesen Ländern gab es entweder den Rechtsruck oder den Linksruck – aber ein demokratischer Ruck war nirgendwo mehr zu erkennen. In der Welt sah es nicht besser aus. In den USA wurde ein populistischer Präsident gewählt – in Australien wurden PgdIP-Aufmärsche nachgeahmt. Ich wusste bereits 2008, dass ein Zerfall der Werteordnung und ein damit einhergehender Krieg schwer zu verhindern sein würde. Mit Syrien und der Flüchtlingskrise fanden sich meine Worte bestätigt, dass die rechte Parteilandschaft an zu viel Macht gewinnen würde. Ein zweites 3. Reich hat sich seit 2017 etabliert. Angst und Schrecken regieren die Straßen. Politische Gegner werden gefasst, ins Gefängnis gesteckt. Man hört von allen Ecken, dass die Konzentrationslager wieder aufgemacht werden. Die Menschen wachen nicht auf. Sie folgen blind … sie folgen so blind.

Ich weiß nicht, was mit meinen Freunden passiert ist. Ich hoffe, sie leben noch. Sie sind gute und kluge Menschen. Ich fühle mich einsam in diesem Haus, wo nur widerwillige Mitläufer mich aufgenommen haben und mich verstecken. Die AEP – Mitgliedschaft ist Pflicht geworden. Jeder muss ihnen zustimmen. Jeder muss sie wählen. Ich nicht. Ich will sie nicht wählen. Mein Gesicht ist allerdings bekannt, ich kann also keine Wahlen mehr tätigen, ohne, dass man mich schnappen und hinrichten würde. Die Aussagen von Gewaltanwendung an Flüchtlingen wird inzwischen tatsächlich realisiert, nicht nur an Flüchtlingen, sondern auch politischen Gegnern. Trotzdem gönne ich mir mit dem Untergrund, der sich formiert hat, immer wieder die ein oder andere Dosis Gefahr. Ich muss etwas tun. Ich kann hier nicht weg. Ich weiß, der Krieg wird ausbrechen und Gnade uns Gott, ich weiß nicht, was dann passieren wird. Wird die Vernunft so groß sein, dass niemand die Atomwaffen bedient? Werden Sie wenigstens egoistisch genug sein, zu denken, wenn sie die Welt erobern wollen, können sie keine atomaren Verseuchungen verursachen? Ich kann es nur hoffen, denn sonst hat die Menschheit ihren Planeten ruiniert. Sonst sind wir unwiederbringlich verloren. Die apokalyptischen Filmszenarien werden bittere Realität.

Vielleicht wird die Welt auch einfach nur ein Ort, an dem nun überall Terrorattentate von allen Staaten verübt werden. Gleiche Mittel verwenden … so dass die gesamte Welt in einer Terrorangst leben muss. Damit die ganze Erde ein Syrien wird und es kein einziges Land mehr gibt, das Honig und Milch bieten kann. Wir haben versagt. Wir Menschen haben in der Menschlichkeit versagt. Es tut mir leid, dass du die Tränen, die ich um mein Land weine, auf dem Papier sehen musst. Es tut mir leid. Nur marschieren sie wieder, die Marionetten der Regierung. Im Gleichschritt erst nur Heim ins Reich – doch es dauert nur noch Atemzüge, dann geht es Schritt, Schritt, Schritt ins andere Land. In Uniform – mit Freude am Töten, die darauf in die Schrecken eines Krieges verwandelt werden. Wie die Soldaten einst im zweiten Weltkrieg. Nur ein Hauch noch, dann sind wir im dritten. Dann werden wieder Bombenalarme losgehen. Häuser werden bersten, wie die Seelen und der Spiegel. Aber es tröstet mich der Gedanke, dass du es gefunden hast. Denn wenn du es nicht verbrennst … wenn du es nur liest, dann … dann haben wir es doch noch geschafft, zu überleben. Dann gibt es die Menschheit noch. Dann gibt es wieder Menschlichkeit und dieses Mal hoffentlich mehr Vernunft in unseren Venen.

Ich umarme dich, wie jeden Tag
und wünsche dir Frieden in der Welt
C.E. Morling“